2017

MÖNCHÖNCHÖNMÖNCHÖN­MÖNCHÖNCHÖNCHÖNMÖN

Ausstellungsdauer: 22. April bis 21. Mai 2017
Eröffnung: Samstag, den 22. April 2017, um 19:30
Einführung: Jens-Peter Koerver, Kurator der Ausstellung
Finissage: Sonntag, den 21. Mai von 11 bis 14 Uhr

 

 

Der Kunstverein Mönchengladbach zeigt in seinen Räumen eine Ausstellung der beiden Künstler Andreas Karl Schulze (*1955 Rheydt, lebt in Köln) und David Semper (*1980 Wuppertal, lebt in Neuss).

Obwohl sie unterschiedlichen Generationen angehören, verbindet sie die Praxis des ortsbezogenen Arbeitens. Mit ihren jeweiligen, für die bestimmte Situation geschaffenen Arbeiten machen sie den jeweiligen Raum in seinen architektonischen, stofflich-materiellen und atmosphärischen Eigenheiten erlebbar und weisen zugleich über eine reine Ortsspezifik hinaus. Ihnen gemeinsam sind diskrete, auf spektakulär-aufwändige Eingriffe verzichtende Vorgehensweisen, die geprägt sind von jeweils eigenen, präzise entwickelten Formen der Einfachheit und dem konzentrierten Einsatz ihrer künstlerischen Mittel.

Die Arbeit von Andreas Karl Schulze ist im Grenzbereich zwischen Malerei und Installation zu verorten. Basis seiner keineswegs nur auf die Wand beschränkten Werke sind seit den frühen 1990er Jahren monochrom bemalte, 5 x 5 cm messende Textilquadrate. Mit ihnen realisiert er vielfältige, über bildhafte Formen weit hinausgehende Interventionsformen. Diese können aus der Platzierungen von drei, vier wie versteckte Markierungen wirkenden Quadraten bestehen und ebenso große Flächen, ganze Architekturen mit subtilen Bewegungsimpulsen überziehen.

Der Ansatz David Sempers lässt sich mit den beiden Begriffen Material und Prozess grob umreißen und umfasst ein breites Spektrum von Werktypen und Arbeitsweisen. Dazu gehören u.a. die Sichtbarmachung zuvor verborgener Spuren oder die Implantation von Materialien in Wände, seinen es alltägliche wie Stempelkissen oder solche mit einer langen Materialhistorie wie Alabaster. Immer wieder geht es auch darum ergebnisoffene, nicht absehbare Formentwicklungen zu initiieren. Variation und Wiederholung, Referenzen an Formen klassischer Ornamentik sind ebenfalls Handlungsmöglichkeiten des Künstlers.

Wie die Ausstellung im MMIII aussehen wird, wie Andreas Karl Schulze und David Semper auf die markante Industriearchitektur der Halle des Kunstvereins Mönchengladbach und auf die Werke des jeweils anderen reagieren, wird sich erst in einem längeren Arbeitsprozess vor Ort ergeben. Dass sie diesen Raum in ganz eigener, nicht absehbarer Weise zum Ausgangspunkt und Gegenstand ihres Agierens machen und ihn in mancher Hinsicht neu erschließen, manches überhaupt erst sichtbar machen, ist ein Aspekt. Dass Angemessenheit und Offenheit, Präzision und Intuition, Unmittelbarkeit und Überraschung, schließlich die Unersetzbarkeit des Hier und Jetzt in den Arbeiten beider wirksam und anschaulich sind, ist ein anderer.

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STRICH IN JEDE RICHTUNG

Ausstellungsdauer: 12. März bis 9. April 2017
Eröffnung: Samstag, den 11. März 2017, um 19:30 Uhr
Einführung: Prof. Dr. Annette Tietenberg, HBK Braunschweig
Finissage: Sonntag, den 9. April 2017 von 11 bis 14 Uhr

 

Sie verstehen Mönchengladbach im Allgemeinen und den Kunstverein MMIII im Speziellen als Orte, an die man gezielt fährt oder hingeführt wird. Die Beschäftigung mit dem konkreten Raum des Kunstvereins und dem Stadtraum bilden somit eine Grundlage für die Ausstellung. Wie bewegt und positioniert sich der Einzelne in diesen Räumen? Wie bewegt und positioniert sich eine Gruppe?

Drei Wochen verbringen sie bis zur Eröffnung in der Stadt, um die Ausstellung aufzubauen, Geplantes zu realisieren, Neues zu entwickeln und auf das vor Ort sein zu reagieren.

Ein in seiner Architektur spezieller Ort wird angefüllt, Arbeiten entstehen im Raum, sie kommen sich nahe, an manchen Punkten vielleicht zu nahe und treten in Verbindung. Es entsteht ein dichtes System aus Verbindungen und Verschränkungen ohne Anfangs- und Endpunkt.

Die Ausstellung wird über die Räumlichkeiten des Kunstvereins hinausgehen und in die Stadt hinein projizieren. Über die Dauer von einem Monat werden Oberflächen in Mönchengladbach bespielt. Unter anderem wird zwischen Werbeclips im Kino eine Videoarbeit platziert, eine Plakatwand im Bahnhof wird zur externen Ausstellungsfläche, auf den vernagelten Fenstern eines leerstehenden Hauses sind Photographien zu sehen. Weitere mehr oder weniger sichtbare Flächen tauchen in der Stadtkarte Mönchengladbachs auf, sind nicht alle gleichermaßen und gleichzeitig erreichbar, nicht als Route angelegt.

Mittelpunkt bleibt der Raum des Kunstvereins. Nur hier lassen sich die gezogenen Striche in die Stadt nachvollziehen, die alle von diesem Ort ausgehen. In der gesamten Ausstellung spielt nicht nur das tatsächlich Sichtbare eine Rolle, sondern auch der Prozess dort hin. Dieser Vorgang wird zum Ausgangspunkt für den Theatertext, den Herbert Graf für die Ausstellung geschrieben hat. Aus einer Perspektive der assoziativen Beobachtung wird der Text in der Ausstellung von der Ausstellung erzählen, sie erweitern, umbauen, dekonstruieren, ignorieren und von ihr abschweifen. Dokumentation und Fiktion verschwimmen. Das Stück zieht einen Strich zum Theater, ohne dort jemals ankommen zu wollen.

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