2005

Etwas Grün

Ausstellungsdauer: 28. August bis 25. September 2005
Eröffnung: Samstag, den 27. August 2005
Einführung: Dr. Justus Jonas, Mainz
Finissage: Sonntag, den 25. September 2005

 

 

Der Titel ‚Etwas Grün’ ist mehrdeutig, je nachdem wie man die Betonung legt: ein wenig Grün (also nicht ganz Grün) oder etwas Grünes (nur ein wenig Farbe oder auch ein Bild?). Ulrich Wellmann hat sich im Kunstverein Mönchengladbach auf die für ihn neue Situation eingelassen, im großen Format direkt auf Wand zu malen. Was bedeutet das? 1. Das Bild wurde nicht mitgebracht. Es ist an Ort und Stelle entstanden. 2. Es ist nur auf Zeit existent. Der Ort wird zum Atelier, die Wand und ihr Raum zum Bildträger. Wenn man zu einer Ausstellung geht, will man Kunst sehen, möglicherweise auch, wie der Ort „bespielt“ wurde. Der Raum bleibt dabei jedoch letztlich immer nur ‚Karton’, Hülle für die jeweilige Inszenierung. Das von Ulrich Wellmann gemalte Wandbild ist nur hier zu sehen. Wer es hier nicht sieht, wird es auch nicht woanders sehen können. Und wer es während der Ausstellungsdauer nicht sieht, wird es danach nie original sehen können. Raum und Bild sind nicht zu trennen. Das heißt aber auch: Diese Allianz wird nie wirklich enden. Das Bild wird durch Überstreichen zum Verschwinden gebracht, es wird aber den Raum nie ‚verlassen’. Ulrich Wellmann definiert die Gestalt des Wandbildes auf eine ungewöhnliche, neue Weise. Es verdeckt weder die Wand, noch füllt es diese aus. Die Wand wurde nicht ausgebessert oder begradigt für das Bild. Ihre ursprünglichen Strukturen, Unebenheiten und verputzten Flickstellen bleiben sichtbar und unkaschiert. Der Maler respektiert die Eigenschaften der Wand und lässt sie Teil haben an den gemalten Farben. Ulrich Wellmann hat das Bild in der oberen linken Ecke begonnen. Mit kreisenden Pinselzügen breitet sich das Grün allmählich verdichtend und dem Lichtverlauf folgend nach rechts bis nahe der Tür aus, um das entstehende Feld dann nach links und zur Mitte zu erschließen. Mit dem Ausbreiten des Grün ist eine erste Dimension der Farbe erreicht, aber noch nicht das Bild selbst realisiert. Wo beginnt und endet das Bild? Die Ränder wurden nicht begradigt.

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6,4

Ausstellungsdauer: 5. Juni bis 26. Juni 2005
Eröffnung: Samstag, den 4. Juni 2005
Einführung: Vortrag von Auszügen aus der Laudatio von Dr. Beate Ermacora
Finissage: Sonntag, den 26. Juni 2005

 

„… Fasziniert von der radikalen Geste eines Gordon Matta-Clark, der Architektur als Plastik begriff und Baukörper als Volumina auffasste, die durch Teilungen, Ausschneidungen, Öffnungen verändert werden können, hat Heike Pallanca bereits während ihres Studiums begonnen, mit Räumen und Interventionen im öffentlichen Raum zu arbeiten. Themen, die sie bis heute nicht los gelassen haben. Ging es Matta-Clark vor allem um die Bewusstmachung real existierender Gebäude, so schlug Pallanca schon Anfangs ihrer künstlerischen Laufbahn einen größeren Bogen, indem sie Raum und Architektur immer auch als gesellschaftlichen Raum auffasst. Architektur fungiert in ihrem Werk stets als Metapher. Sie steht für Zivilisation und ihre Handlungsweisen, für Eingrenzung und Abgrenzung, aber auch für Konservierung von Geschichte.

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50 alte Arbeiten

Ausstellungsdauer: 17. April bis 1. Mai 2005
Eröffnung: Samstag, den 16. April 2005
Einführung: Klaus Schmitt
Finissage: Sonntag, den 1. Mai 2005

 

 

…Man könnte sagen, ich habe mich im Laufe der Zeit frei gearbeitet. Von den beängstigenden, klaustrophobischen Skulpturen meiner Frühphase zu den lichten, lebensbejahenden Zeichnungen der letzten Jahre. …Meine Skulpturen stehen immer in Beziehung zu meinem eigenen Körper, zumindest im Entstehungsprozess ist er ein Teil von ihnen, dabei spielt für mich auch eine wichtige Rolle, dass ich die Installationen allein plane, die Bestandteile allein transportiere und vor Ort allein aufbaue. Ein freier Umgang mit dem Material [z. B. Bauholz] ist für mich auch deshalb möglich, weil es billig, um nicht zu sagen, banal ist; es ist einfach zu besorgen und zu finanzieren. Das ist auch eine Art von Auseinandersetzung mit der Realität. Nach der Ausstellung werden die Arbeiten zerstört, damit schaffe ich (in mir) Platz für etwas Neues…

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Who cares

Ausstellungsdauer: 6. März bis 20. März 2005
Eröffnung: Samstag, den 5. März 2005
Begrüßung: Stadtdirektor Wolfgang Rombey
Einführung: Ulrike Lua, M. A.
Finissage: Sonntag, den 20. März 2005

 

 

Who cares – Lossau im MMIII

…Dicht gedrängt standen die Besucher während der Eröffnung in der Ausstellungshalle des MMIII und schoben sich vorsichtig an einem schnittigen, schwarzgummierten Installationsobjekt vorbei. In der Form erinnert es an eine Strech-Limousine, mit Moosgummi ummantelt könnte es das Modell für eine Karosserie eines Prototyps sein. Vermeintliche Entwicklungsskizzen hierzu sind auf dem großformatigen Gemälde an der gegenüberliegenden Wand zu sehen. Aus unterschiedlichen Perspektiven, aerodynamisch, schwarz glänzend, aber ohne Vorder- und Rückleuchten und eigentlich auch ohne Räder. Die sind im Original auch nicht wirklich vorhanden. Weiße Rollen ragen aus den Radkästen heraus und lassen so manchen Besucher an das Vehikel der steinzeitlichen Comicfigur Fred Feuerstein denken.

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